Wir sprechen davon, dass es in der Kommunikation 2 Ebenen gibt:
Die Sachebene und die Beziehungsebene, auch emotionale Ebene genannt.

Die Sachebene enthält alle Fakten, Aussagen und Daten, die sich rein auf den Inhalt beziehen:
„Die Ampel ist grün.“ „Das Auto ist dreckig.“ „Ich bin verheiratet.“ Das Spiel endete 2:1.

Die Beziehungsebene enthält das, was man zwischen den Zeilen hört (und liest): Es sagt etwas über die derzeitige Beziehung aus. Und zwar nur jetzt, in diesem Moment. Im Normalfall wird nichts über die grundlegende Beziehung ausgesagt. Deshalb streiten auch Personen, die sich kennen und mögen oder sogar lieben, eher miteinander. Um es noch einmal zu verdeutlichen:
Selbst dann, wenn ich einer wildfremden Person gegenüber stehe (z.B. an der Kasse) und mit ihr kommuniziere, gibt es eine Sach- und eine emotionale Ebene.

Auch wenn wir uns so sehr auf logische Gründe und Sachargumente versteifen möchten, findet Vertrauen und Verständnis auf der Beziehungsebene statt. Und ohne Vertrauen und Verständnis gibt es keinen Verkauf, keinen guten Rabatt, keinen erfolgreichen Abschluss, keine positiven Ergebnisse in einer Verhandlung/Diskussion…
Wer heranwachsende Kinder hat kennt die Situation: „Oooch Mutti, bitte…“ und ein liebevoller Blick. Und der Klassiker „Du bist der beste Papi der Welt!“ nachdem der Wunsch erfüllt wurde. Ganz natürliche „Funktionen“ der Kinder, um eine positive Beziehungsebene herzustellen.

Vereinfacht ausgedruckt: Ist die Beziehung gut, darf man alles sagen. Ist sie schlecht, gar nichts. Wobei „nichts“ sich nur auf logische Argumentation bezieht. Wir dürfen, wir müssen sogar miteinander reden. Doch kann das einzige Ziel nur sein, die Beziehungsebene zu verbessern.

Erst die Beziehung, dann die Verhandlung!

Häufig vergessen wir in einer Diskussion diesen Satz! Im Eifer des Gefechts werden wir immer lauter, um den Anderen von den logischen Gründen, die sinnvoll sind zu überzeugen. Dabei hört unser Gegenüber überhaupt nicht mehr auf unsere Argumente. Wenn die Beziehungsebene vergiftet ist, macht der Andere zu. Er hört nur noch, was er hören möchte. Im Normalfall ist das nicht das, was wir sagen (möchten).

Aus diesem Grund wiederhole ich noch einmal meine Aussage:

Erst die Beziehung, dann die Verhandlung.

Im Zweifel ist es besser, eine Diskussion oder Gespräch zu beenden, anstatt sich weiter „den Mund fusselig zu reden“.