Das Gegenteil zur „Fragetechnik“ sind die Antworten. „Wie und was kann ich antworten? Vor allem, wenn ich nicht antworten möchte?“ Die Gründe sind vielfältig. Manchmal fehlt die passende Antwort, manchmal möchten Sie nichts sagen. Ich habe mich entschlossen, Ihnen einige Möglichkeiten an die Hand zu geben:

1. Überhören
2. Antworten mit Ausweichmanöver
3. Antwort vertagen
4. Frage hinter der Frage beantworten
5. Das Thema auf eine andere Ebene bringen
6. Geschlossene Fragen wörtlich nehmen, bzw. wörtliche Aspekte beantworten
7. Die Gegenfrage
8. Charme, Humor und ein nettes Lächeln
9. Offen zugeben, dass Sie nichts sagen möchten

1.) Überhören:
Ignorieren. Sie tun so, als ob Sie die Frage nicht gehört haben. Wohl wissend, dass die Frage (vermutlich lauter) wiederholt wird. Das macht nichts. Sie gewinnen Zeit, um die passende Antwort zu finden, bzw. auf eine der nächsten 8 Strategien auszuweichen.

2.) Antworten mit Ausweichmanöver
„Das ist eine sehr interessante Frage. Dazu fällt mir folgende Geschichte ein…“
Wenn Sie etwas Übung darin haben können Sie direkt das Thema wechseln und Ihrerseits eigene Fragen stellen, um das Gespräch in die gewünschte Richtung zu lenken. Politiker sind Meister in dieser Taktik. Wenn Sie diese Methode zu oft anwenden gehören Sie bald zu den Menschen, über die man sagt: Viel reden und nichts sagen, unverfänglich bleiben, bloß nicht auf eine Position festlegen (lassen)..

3.) Antwort vertagen
„Ich komme später auf Ihre Frage zurück. Lassen Sie mich zuerst folgendes…“ Der Unterschied zu Methode 2 ist der, dass Sie die Frage beantworten. Nur etwas später. Mögliche Gründe: Sie möchten Ihren roten faden nicht verlieren, einen wichtigen Punkt noch nennen oder die Frage wird durch Ihre Ausführungen beantwortet.

4.) Frage hinter der Frage beantworten
In einem Gespräch gibt es eine beziehungs- und eine Sachebene. (Mehr dazu finden Sie hier)
Wenn Sie der Meinung sind, den Beziehungs- oder Appellaspekt einer Frage zu verstehen, können Sie darauf antworten. Ihr Chef fragt Sie, was Sie am Wochenende vorhaben. Aus der Vergangenheit wissen, Sie, dass Überstunden anfallen. So können Sie direkt auf diesen Aspekt eingehen: „Suchen Sie jemanden, der am Samstag arbeitet?“ Ein anderes, einfaches Beispiel ist Ihr Partner: „Ist dir auch so warm?“ „Soll ich das Fenster öffnen?“ oder „Du willst das Fenster öffnen. Von mir aus.“

5.) Das Thema auf eine andere Ebene bringen
Wechseln Sie den Bezugsrahmen. Wenn Sie als Verkäufer gefragt werden, ob Opel nur Gurken baut wechseln Sie eine Eben höher: „Bei jedem Hersteller gibt es mal Probleme.“ Und wenn Ihr Gegenüber auf einer zu allgemeinen Ebene operiert „Haben nicht alle Hersteller mal Probleme?“ antworten Sie „Sicher. Doch bei Opel hat es sich in letzter Zeit gehäuft.“

6.) Geschlossene Fragen wörtlich nehmen, bzw. wörtliche Aspekte beantworten
Telefonwerbung „Können Sie ihren Namen buchstabieren?“ „Ja. Das kann ich. Ich habe es in der Schule gelernt.“ Jeder weiß, dass die Frage nach der Uhr sich auf die Uhrzeit bezieht. Sie nehmen es wörtlich. „Haben Sie ein Uhr?“ oder „Wissen Sie, wie spät es ist?“ Antwort in beiden Fällen: „Ja!“

7.) Die Gegenfrage
Sie antworten nicht auf die gestellte Frage, sondern nehmen die Frage als Startschuss Ihrer eigenen: „Was soll das denn kosten?“ „Wie viel sind Sie bereit zu investieren?“„Müssen Sie denn jede Frage mit einer Gegenfrage beantworten?“ „Ach, tue ich das?“

8.) Charme, Humor und ein nettes Lächeln
Mit einem Lächeln und in einem freundlichen Ton lässt sich (fast) alles sagen. „Das möchten Sie gar nicht wissen.“

9.) Offen zugeben, dass sie nichts sagen möchten
Fragen sind eine Bitte Ihres Gesprächspartners. Und Sie haben das Recht, diese Bitte abzulehnen und das auch zu sagen. „Ich möchte auf diese Frage nichts sagen.“ Oder deutlicher: „Diese Frage beantworte ich nicht!“