"Wie wichtig Gott das (zu-)hören nimmt, können wir schon daraus ersehen, dass wir 2 Ohren, aber nur 1 Mund bekommen haben."
Dr. Pöschl 

Kennen Sie das Gefühl? Während Sie reden, hört Ihr Partner Ihnen nicht zu, sondern überlegt nur, was er bei ihrer nächsten Sprechpause sagen will. Und jeder hat auch schon einmal folgenden Satz gehört: "Du hörst mir überhaupt nicht zu!"
Glauben Sie, dass solche Gedanken, Gefühle und Sätze einer positiven Kommunikation zugutekommen?

Merksatz

Nur wer gut zuhören kann, kann auch gut kommunizieren. 
Kommunikation bedeutet immer senden und empfangen. Ein weiterer Punkt die Tatsache, dass gute Kommunikation auch immer einen Gedankenaustausch beinhaltet. Wie will ich die Meinungen und Ideen verstehen, wenn ich nicht zuhöre? 

Wie funktioniert aktives zuhören?

Zunächst benötige ich die richtige Einstellung. Ich muss die Bereitschaft zeigen, aktiv zuhören zu wollen. Ich muss zuhören können. Das klingt im ersten Moment so logisch. Doch fragen sie sich selbst, wie viele Missverständnisse es gab, weil die Kommunikation aufgrund technischer Ursachen (z.B. Handyempfang) oder Störungen des Umfeldes (sehr laute Umgebung) schwierig war. Ich muss meinen Gesprächspartner verstehen. Das heißt, wir müssen die gleiche Sprache sprechen. Das bezieht sich nicht nur auf die Landessprache, sondern bezieht auch unterschiedliche Dialekte und den Gebrauch von Fremdwörtern ein. So werden nur die wenigsten von uns die "Sprache“ auf einem Medizinerkongress verstehen. Selbst wenn dieser in Deutschland stattfindet.

Sind diese drei Voraussetzungen erfüllt kann ich das aktive zuhören einsetzen. Dabei verfolge ich zwei Ziele
1. Ich signalisiere meinen Gesprächspartner, dass er meine volle Aufmerksamkeit genießt.
2. Ich überprüfe, ob und wie ich das verstanden habe, was er gesagt hat.

3 Wege des aktiven Zuhörens

Der körperliche Ausdruck

Der einfachste Weg, um aktiv zuzuhören, und das meinen Gesprächspartner auch zu signalisieren, besteht im körperlichen Ausdruck. Indem ich mich mit meinen gesamten Körper zum Gesprächspartner hin öffne signalisiere ich Aufmerksamkeit. Durch entsprechende Gestik und Mimik, zum Beispiel nicken, zustimmen, Ausdrücke wie „Aha“, „Mmmh“ und ähnlichen weiß mein Partner dass ich noch da bin.

Die Paraphrase

Das Paraphrasieren dient dem Verständnis dessen, was gesagt wurde. Als Zuhörer geben sie mit eigenen Worten wieder, was sie verstanden haben. Oder dabei ihre eigene Wertung Meinung ins Spiel zu bringen. Es geht rein um das Verstehen des Gegenübers.
Beginnen Sie Ihre Sätze mit
-" „Wenn ich Sie richtig verstehe, dann heißt das…“
- „ Sie meinen also, …“
- „ Sie glauben,...“
- „ Ihrer Ansicht nach um…“

Mit der Paraphrase schlagen sie gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Sie zeigen Gesprächspartner, dass sie ihm aufmerksam zuhören. Allein diese Tatsache sorgt in vielen Fällen für eine gute Beziehungsebene. Und sie heben sich von den meisten Zuhörern positiv ab. Denn, obwohl in vielen Umfragen immer wieder festgestellt wird, dass gute Zuhörer sehr willkommen sind, können gerade das die wenigsten. Gehören Sie zu den löblichen Ausnahmen!
Sie beugen bereits im Vorfeld möglichen Missverständnissen vor. Viele Konflikte und Streitereien enden mit dem Satz "Das war ein Missverständnis.“ Da hat man sich vielleicht Stunden- oder Tagelang gestritten und geärgert, nur um dann festzustellen, dass es ein Missverständnis gab. Durch den richtigen Einsatz der Paraphrase werden Sie viele dieser Missverständnisse vermeiden.
Ein weiterer Vorteil: Sie selbst gewinnen Zeit, um nachzudenken. Zeit, um ihre Gedanken zu sammeln. Zeit, um ihre nächsten Sätze zu überlegen. Zeit, um eventuelle Schwächen in der Argumentation ihres Gesprächspartners aufzudecken. Und sie gewinnen ebenfalls seit, um keine unüberlegte oder überhastete Antwort geben zu müssen.

Das Verbalisieren

Das Verbalisieren geht einen Schritt weiter. Jetzt wiederholen sie nicht nur das, was gesagt wurde. Sie sprechen auch das ein, was nicht gesagt wurde. Das, was zwischen den Zeilen steht. Je nach Gesprächsinhalt und Gesprächspartner müssen sie hier sehr vorsichtig und behutsam vorgehen. Geht es darum herauszufinden, ob unser gegenüber benötigt und nicht direkt darum bitten möchte? Oder unterstelle ich meinem Verhandlungspartner unlautere Absichten. Beim Verbalisieren beginnen die Sätze mit„ Sie meinen also,…“„ Ihr Wunsch ist es,..“-„ Sie erwarten,..“„ Das klingt als..“

Das Spiegeln

Es gibt noch einen vierten Weg, das Spiegeln. Wie der Name es schon vermuten lässt, verhalte ich mich dabei wie ein Spiegel.
Spiegeln kann sowohl auf der verbalen (sprachlichen), als auch auf der non-verbalen (körpersprachlichen) Ebene geschehen.
Beim verbalen Spiegeln gleiche ich mich an, indem ich das gleiche Repräsentationssystem (siehe NLP) wie mein Gegenüber benutze. Dafür muss ich zunächst darauf achten, was gesagt wird und dann im gleichen System antworten.

Spiegeln des körperlichen Ausdrucks:
Ich kann auf der körperlichen Ebene alles spiegeln, was ich wahrnehme. Dazu gehören offensichtliche Sachen, wie z.B. spiegeln der Körperhaltung. D.h., ich setzte oder stelle mich in der gleichen Körperhaltung hin wie mein Gegenüber. Dann kann ich die gleichen Gesten und dieselbe Mimik einsetzen, natürlich mit einer kurzen Verzögerung. Ich kann mir bestimmte, auffallende Ausdrücke und Gesten merken, die der Andere einsetzt, um sie ebenfalls zu benutzen. Wenn ich die gleichen Bewegungen durchführe, nennt man dies im NLP direktes spiegeln. Spiegeln in einem anderen System, z.B. die Atmung des anderen mit einer Handbewegung oder dem Wippen eines Fußes zu „kommentieren“ nennen wir „Über – Kreuz – Spiegeln“. Doch Vorsicht: Spiegeln ist kein bloßes „nachäffen“, das würde nur abschreckend wirken. Setzen Sie dieses hervorragende Mittel deshalb mit Bedacht ein!
Neben der Körperhaltung kann ich die Stimme spiegeln: Ich kann mit dem gleichen Tempo, der Lautstärke und der Betonung sprechen.
Sehr elegant, doch am Anfang gewöhnungsbedürftig, ist die Atemspiegelung. Hier atme ich im gleichen Rhythmus wie der Andere. Da diese Spiegelung aber besonders auf der unbewussten Ebene wirkt, kommt es hier sehr schnell zu einem starken Rapport!

Wie Sie vielleicht erkennen, muss das Spiegeln mit viel Bedacht und voller Aufmerksamkeit eingesetzt werden. Zudem gehört viel Übung dazu.