Auch als Arbeitsloser, der Arbeitslosengeld bezieht, haben Sie das Recht auf eine bezahlte oder freiberufliche Nebentätigkeit.
Voraussetzung: Sie dürfen nur weniger als 15 Stunden pro Woche aufwenden. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmeregelungen, so dass sie im Einzelfall diese 15h überschreiten dürfen. Nachzulesen ist das im Sozialgesetzbuch III, § 118

Der Nebenverdienst darf mindestens 165€ betragen; ein darüber hinausgehender Verdienst wird angerechnet. Wieviel sie als Arbeitsloser anrechnungsfrei hinzuverdienen dürfen hängt zum Einen von persönlichen Faktoren ab (waren Sie z.B. bereits nebenberuflich tätig) und zum Anderen davon, welche Ausgaben sie Gegenrechnen können. Gesetz § 141, SGB III

Fragen Sie uns. Wir prüfen dann ihren speziellen Fall.

PDF-Dokument “Faltblatt Nebenverdienst”

Weiterführende Infos:

Das Sozialgesetzbuch im Internet:
http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/index.php

PDF-Dokumente des Arbeitsamt zum Thema Arbeitslosigkeit:
http://www.arbeitsagentur.de/vam/vamController/CMSConversation/anzeigeContent?docId=24191&rqc=13&ls=false&ut=0

Hinweis zum Thema Nebenverdienst bei Bezug von ALG II

Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Presse Info 155/2004 vom 18/11/2004
Lohnt sich der Nebenverdienst bei Arbeitslosengeld II ?

Die ersten Antragsteller haben ihre Bescheide zum Arbeitslosengeld II bekommen. Für viele stellt sich die Frage: Lohnt sich für mich der Nebenverdienst?
"Ja, doch der Blickwinkel ist entscheidend", antwortet Mark Gäbelein, designierter Geschäftsführer der gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft (ARGE) von Landkreis Torgau-Oschatz und Arbeitsagentur.

Für Bezieher von Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe gilt bis 31. Dezember beim Nebenverdienst noch ein monatlicher Freibetrag von 165 Euro. Eine Grenze von 15 Arbeitsstunden wöchentlich darf dabei allerdings nicht erreicht werden. Für Bezieher von Arbeitslosengeld I ändert sich daran im kommenden Jahr nichts.

Anders bei Empfängern der neuen Leistung Arbeitslosengeld II. Auf das Erwerbseinkommen entfallen gestaffelte Freibeträge. Bei einem Bruttolohn von bis zu 400 Euro monatlich wird ein Freibetrag von 15 Prozent des bereinigten Einkommens (siehe Beispiel) gewährt. Zusätzlich können Pauschalen für Werbungskosten (15,33 Euro) und Versicherungen (30 Euro) abgesetzt werden. Unter Umständen sind auch weitere Kosten, wie Fahrkosten und gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen, die von der Pauschale nicht erfasst sind (z.B. Kfz-Haftpflicht), absetzbar. Die wöchentliche Arbeitszeit kann dann auch bei 15 Stunden und mehr liegen.

Beispiel:
• Nebeneinkommen von 165 Euro monatlich
abzüglich 30 Euro Versicherungspauschale
abzüglich 15,33 Werbungskostenpauschale
abzüglich 10 Euro Fahrkosten
abzüglich 25 Euro Kfz-Versicherung
• verbleiben 84,67 Euro bereinigtes Einkommen
abzüglich Freibetrag 12,70 Euro (15 Prozent von 84,67 Euro)
• verbleiben 71,97 Euro
Im vorliegenden Beispiel werden 71,97 Euro auf das Arbeitslosengeld II angerechnet.

"Man muss hier beachten, dass beim Arbeitslosengeld II die verschiedenen Leistungssysteme Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe verschmelzen", erklärt Mark Gäbelein. Bei der Arbeitslosenhilfe gibt es den Freibetrag von 165 Euro, wohingegen bei der Sozialhilfe jeder hinzuverdiente Euro angerechnet wird. Durch die einheitliche Anrechnung von Einkommen beim Arbeitslosengeld II werden alle Bezieher dieser Leistung gleich behandelt.

"Ein Nebenverdienst lohnt sich auch weiterhin. Wer seinen Lebensunterhalt durch den Nebenverdienst teilweise selbst bestreiten kann, ist nicht auf die staatliche Unterstützung angewiesen und oft beweist die Praxis, dass aus Nebenbeschäftigungen reguläre Arbeitsverhältnisse werden können."

Bundesagentur für Arbeit
Letzte Änderung 18.11.2004